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Insolvenz in England

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Die EU Insolvenz, zu der auch die Insolvenz in England gehört, bietet Verbrauchern viele Vorteile, aber sie birgt auch einige Risiken. Zunächst einmal ist die Insolvenz in England jedoch sehr attraktiv, da das Insolvenzverfahren in deutlich kürzerer Zeit abläuft, als es in Deutschland der Fall ist. Im Regelfall werden Insolvenzverfahren in England binnen maximal 18 Monaten abgeschlossen. Zusätzlich können Verbraucher, die eine Insolvenz in England anstreben, sich sicher sein, einen legalen Neuanfang zu erhalten. Seit einem Gerichtsurteil ist nämlich klar, dass genauso eine Insolvenz in England zur deutschen Schuldenfreiheit führen kann.

Außerdem können die Schuldner bei der Insolvenz in England von deutlich verbesserten inländischen Regelungen profitieren, die nicht zu unterschätzen sind. Obwohl sich diese Dinge jetzt sehr einfach und unkompliziert anhören, sollten bei der Insolvenz in England die Nachteile nicht verschwiegen werden, die vor allem darin bestehen, dass der eigene Lebensmittelpunkt verlagert werden muss. Die englischen Gerichte sind hierbei allerdings nicht so streng, wie es beispielsweise bei der Insolvenz in Frankreich der Fall ist. Von daher sollten Verbraucher gut überlegen, ob sie eine schnelle Schuldenfreiheit wollen und dafür bereit sind, auch einige Opfer zu bringen.

Vorteile der Insolvenz in England

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Die Vorteile des englischen Insolvenzverfahrens sind vielfältig und sollen hier ein wenig näher betrachtet werden. Der wichtigste Vorteil bei einer englischen Insolvenz ist im Zeitfaktor zu sehen. So können Verbraucher die ersehnte Restschuldbefreiung bereits nach 18 Monaten erhalten. Beim klassischen deutschen Insolvenzverfahren erstreckt sich der Zeitaufwand über sechs, oft sogar über sieben Jahre. Zusätzlich sind viele der Regelungen im englischen Insolvenzverfahren viel einfacher, als es bei einer Insolvenz in Deutschland der Fall ist.

Die Restschuldbefreiung erfolgt im englischen Insolvenzverfahren zwölf Monate nach Antragstellung. Die Wohlverhaltensperiode, in der sich Schuldner dazu verpflichten, ihren Schuldenberg soweit wie möglich abzutragen, ist somit sehr viel kürzer, als in Deutschland. Auch kann im englischen Insolvenzverfahren auf den außergerichtlichen Einigungsversuch mit den Gläubigern verzichtet werden. Dieser Einigungsversuch scheitert bei der Insolvenz in Deutschland ohnehin in den meisten Fällen und ist damit ein Faktor, der den Zeitaufwand für die deutsche Insolvenz weiter in die Höhe treibt.

Die Einkommensgrenzen, bis zu denen eine Pfändungsfreiheit besteht, gelten natürlich auch in England. Einkommen, das über diese Grenzen hinaus geht, muss auch in UK entsprechend an den bestellten Treuhänder abgeführt werden. Der große Unterschied bei den Einkommensgrenzen liegt in deren Höhe. Denn in England sind deutlich höhere Lebenshaltungskosten anzusetzen, wodurch genauso die pfändungsfreien Einkommen-grenzen höher angesetzt werden. Zusätzlich sind Schuldner auch noch im englischen Insolvenzverfahren vor den Zugriffen deutscher Gläubiger oder Gerichtsvollzieher auf ihr Vermögen geschützt.

Als weiterer Vorteil bei der Insolvenz in England wird oft die Möglichkeit genannt, ein völlig neues Leben zu beginnen. Mit einer neuen Arbeit oder sogar einer englischen Limited, die in der Insolvenz gegründet werden kann, werden viele Schuldner wieder selbstsicherer. Sie bauen sich trotz Insolvenz ein neues Leben auf, das sie auch nach dem Insolvenzverfahren weiter führen können. Die verringerten Geldsorgen und die höheren pfändungsfreien Einkommen, lassen viele Schuldner in England schneller und motivierter neu durchstarten.

Nachteile der Insolvenz in England

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Neben den vielen Vorteilen, die das englische Insolvenzverfahren Schuldnern bietet, gibt es natürlich auch einige Nachteile. Diese sollten nicht unterschätzt werden, denn die Voraussetzungen, um eine Insolvenz in England durchlaufen zu können, sind oft mit persönlichen Abstrichen versehen. Generell gilt, dass die Insolvenz nur in dem Land beantragt werden kann, in dem man seinen Lebensmittelpunkt hat. Für die Insolvenz in England bedeutet dies, dass für den Schuldner ein Wohnsitz in England hergestellt werden muss.

Dabei sollte der deutsche Wohnsitz generell aufgelöst werden, denn nur wenn keine ladungsfähige Anschrift mehr in der eigentlichen deutschen Heimat besteht, kann das Insolvenzverfahren in England beantragt werden. Die Richter und Insolvenzverwalter prüfen dies sehr genau. Es reicht demzufolge nicht aus, wenn man nur zum Schein eine Wohnung oder ein WG Zimmer anmietet und die Belege für die Mietkosten einreicht. Schnell kann man hierbei an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn der englische Wohnsitz immer nur sporadisch aufgesucht wird. Und diese Unglaubwürdigkeit zieht teils harte Konsequenzen mit sich, welche laut Insolvenzrecht mitunter sogar bis zum Versagen der englischen Insolvenz bzw. der Restschuldbefreiung führen können.

Weiterhin muss ein Arbeitsplatz in England bestehen, wobei es keine Rolle spielt, ob der Schuldner als Arbeitnehmer agiert oder sich in England selbstständig macht. Nur wenn dieser besteht, wird die englische Insolvenz gewährt. Dabei sollten in der Regel vom Verlegen des Wohnsitzes und der Aufnahme einer Arbeit bis zum Antrag auf das englische Insolvenzverfahren bereits etwa sechs Monate in England vergangen sein, um die wichtige Glaubwürdigkeit zu unterstützen. Grundsätzlich ist es zwar möglich, seinen Lebensmittelpunkt nach Eröffnung des Verfahrens wieder nach Deutschland in die Heimat zu verlegen, allerdings sollten Schuldner davon absehen. Das würde ihrer Glaubwürdigkeit wieder schaden und die bereits erwähnten Risiken mit sich bringen.

Fazit über die Insolvenz in England

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Die Insolvenz in England bietet deutschen Schuldnern also viele Vorteile. Dennoch will der Schritt in die englische Insolvenz wohl sehr gut überlegt sein. Alleine die Verlegung des Lebensmittelpunkts durch einen Umzug nach England, sowie der Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit im Land ist für viele Schuldner schon eine schwere Hürde. Diese sollte nur genommen werden, wenn man sich sicher ist, dass man diese Zeit übersteht. Dafür erhält man die Restschuldbefreiung bei der englischen Insolvenz aber deutlich schneller, als bei dem siebenjährigen deutschen Insolvenzverfahren. Hinzu kommt, dass die englische Restschuldbefreiung aktuellen Gerichtsurteilen zufolge auch in Deutschland anerkannt werden muss. Schuldner können demzufolge bei der englischen Insolvenz nur profitieren.

Dennoch sollten sie sich nicht unvorbereitet in das Abenteuer englische Insolvenz stürzen. Besser ist es, den Rat eines Fachanwalts für die EU Insolvenz zu nutzen. Dieser kann nicht nur beim Stellen des Antrags für die englische Insolvenz behilflich sein, sondern er erläutert den Ablauf des Verfahrens auch ganz genau. Hinzu kommt, dass er bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung behilflich sein kann. Auch die Beantragung einer englischen Sozialversicherungsnummer, die Voraussetzung für die Arbeitsaufnahme in England ist, kann vom Anwalt begleitet werden. Insgesamt kann er viele Fallstricke, die der Neubeginn in einem fremden Land unweigerlich mit sich bringt, vermeiden helfen und so die Insolvenz in England deutlich einfacher gestalten. Damit wird klar, dass das englische Insolvenzverfahren für deutsche Schuldner eine gute Möglichkeit ist, sich von den finanziellen Sorgen zu verabschieden und durch die Insolvenz einen Neuanfang zu wagen.